Geselliges

2018

Saarland - mit grenzemlosem Charme - TV Reise 23.-27. September 2018

Jeder, der eine Reise tut, wünscht sich natürlich das schönste Reisewetter. Nach über drei Monaten Übersommer und Trockenheit definiert man gutes Wetter sicher ein wenig anders. Da ist man einfach froh für ein wenig Abkühlung und Durchatmen. Und die Gärtner unter uns über jeden Tropfen, der vom Himmel fällt.

 

Offenbach hatte uns am Reisetag wahrlich Unwetterartiges voausgesagt. Das hatte uns veranlasst, Schirme und schützende Kleidung einzupacken. Trockenen Fusses erreichten wir am Sonntag in aller Frühe unser fahrendes Dach über dem Kopf, den Emmelbus chauffiert von Andreas, der sein Handwerk versteht. Die Natur genoss diesen Waschtag, der den Staub und das Verbrauchte beseitigte und uns Frische schenkte. Die erste Station unserer Reise war der kleine 850-Seelenort Herrstein, der nicht nur mit seinem bezaubernden historischen Kern Eindruck machte, sondern auch mit seinen modernen Einrichtungen: einer großen Seniorenwohnanlage, einer Schule, die bis zum Abitur reicht, mit Ärzten, Therapeuten, mit Märkten, die Tausende anziehen. Die „Gräfin und ihr Verwalter“ begleiteten uns als Gästeführer durch liebliche Gassen, durch das Schloss mit seinen dunklen Geheimnissen, die Schlosskirche und den Schinderhannesturm. Der Schinderhannes, der sein Schicksal ohne Gnade herausforderte, ist wohl der berühmteste Bewohner Hersteins gewesen. Zum Mittagessen kehrten wir in der Historischen Zehntscheune ein, wo die ersten landestypischen Gerichte probiert wurden. Vorgesehen war die Weiterfahrt über die Edelsteinstraße nach Idar-Oberstein. Wir machten es vom Wetter abhängig, ob wir dort einen Stopp einlegen. Offensichtlich hatten wir alle unsere Teller brav leergegessen, denn wir konnten im Edelsteindorf ohne große Regenschauer spazieren gehen. Alle Geschäfte waren offen und die ersten Einkäufe wurden getätigt. Einige wagten sich die unzähligen Stufen zur Felsenkirche hinauf, die wie ein Schwalbennest – imposant – im Steilfelsen hängt. Von dort oben schweift der Blick über Stadt und Tal. Hochzeiten und Taufen zelebriert man heute noch gerne in der Felsenkirche – ohne Aufzug und Toiletten. Am späten Nachmittag fuhren wir an unserem 4 Sterne Parkhotel Weiskirchen vor. Das Hotel verfügt mit Herrn Müller über einen sympathischen Manager für Busgäste, der gleich die wichtigsten Infos per Mikrophon parat hielt und anhand einer Gästeliste die Schlüssel schon im Bus an den Mann, an die Frau brachte. Im Nu konnte so jeder sein Zimmer ohne Geknäuel an der Rezeption beziehen. Herr Müller hatte auch dafür gesorgt, dass wir im angegliederten großen Schwimmbad morgens unsere Wassergymnastik abhalten konnten und abends einen Raum für Zusammenkünfte und Angebote wie Tanz und Meditation zur Verfügung hatten. Ein großer Saunabereich, Beauty- und Wellnessangebote gehörten genauso zum Hotel-Ambiente wie eine Bar, ein Bistro, Biergarten, schöne Speisesäle mit leckeren Speisefolgen und ruhige geräumige Zimmer. Wir fühlten uns pudelwohl im Parkhotel mit seinem stets freundlichen und hilfsbereiten Personal. Der Kurpark, das Heilklima und die waldreiche Umgebung wirkten wie ein Jungbrunnen.

 

Der 2. Reisetag führte uns ins Großherzogtum Luxemburg incl. geführter Standrundfahrt und einem Stadtrundgang auf dem Felsplateau des Stadtkerns mit seinem imposanten Regierungssitz. Und wie wir so dastehen und den Ausführungen der Stadtführerin lauschen, kommt uniformierte Motorradeskorde, die den Weg mit ein paar Handbewegungen frei macht für die nachfolgende Limousine samt Großherzog und Gemahlin. Einfahrt durch das offene Tor des Schlosses, Tor zu. Alles ging wieder seinen Gang.

 

Nach Luxemburg besuchten wir Trier. Andreas machte mit uns eine Stadtrundfahrt an den Ausgrabungen des aus des Römerzeit stammenden Amphitheaters und der Thermen vorbei, hinauf bis zum Aussichtspunkt des Hausberges. Dort erfreuten wir uns an dem Überblick. In der Stadt schauten wir uns die Konstantinbasilika, den Dom und die Porta Nigra an. So mancher kehrte auch genüsslich ein oder besuchte die auffallend schönen Läden.

Der 3. Tag war einer Saarland-Rundfahrt gewidmet. Liebliche Landschaften bannten unser Blicke. Kurze Zeit später erlebten wir Hochnebel in seiner mystischen Form. Wie in Watte gehüllt fuhr der Bus über die Hochebene mit den nebelgefüllten Tälern. Unser Ziel war der Aussichtspunkt Cloef über der Saarschleife. Wie weggeblasen war hier der Dunst und die Landschaft präsentierte das einzigartige Naturschauspiel in atemberaubender Klarheit. Wer mehr über den dort gebauten Baumwipfelpfad Saarschleife (1.250 m lang mit 42 m hohem Aussichtsturm und 70 qm großer Plattform. Der Weg nach oben führt über Serpentinen mit Ruhezonen) wissen möge, google den Begriff. Mettlach war der nächste Stopp. Mettlach mit seinen verlockenden Outlets, z. B. Villeroy und Boch, der Abteibrauerei, dem alten Turm und der als Einzeldenkmal aufgeführten Wallfahrtskirche St. Lutwinus mit einer 50-Register-Orgel, deren Klang wir genießen durften, weil der junge begabte Organist gerade einige Proben seines Könnens spielte. Zufall?

 

Den krönenden Abschluss des Tages verbrachten wir auf dem Fahrgastschiff Maria Croon bei einer gemütlichen Schifffahrt durch die Saarschleife, die als einer der schönsten Flusslandschaften Deutschlands gilt.

 

Der 4. Tag war am Vormittag dem Besuch von Sankt Wendel, der Kreisstadt, vorbehalten. Und am Nachmittag war endlich Freizeit angesagt: zum Wandern, zum Baden, zum Sonnen, zum Saunieren, zum Besuch von Weiskirchen. Der Ort darf den Titel „Heilklimatischer Kurort der Premiumklasse“ führen, was nur 15 deutschen Kurorten insgesamt vorbehalten ist.

 

Im Haus des Gastes kann man die reichen Beigaben frühkeltischer Kriegerausstattungen bewundern – gefunden in Großgrabhügeln unweit Weiskirchens.

 

Auf dem Heimweg am 5. Tag machten wir noch Station in Saarlouis, dessen wechselvolle Geschichte von der Flexibilität seiner Bewohner zeugt. Gegründet wurde sie von Sonnenkönig Ludwig XIV als spektakuläre sternförmig-sechseckige Festung gewaltigen Ausmasses. Mit Hilfe der EU-Finanzierungshilfe darf man heute wieder in Teilen die Einzigartigkeit des Bauwerkes bestaunen. In Begleitung von Stadtführern erkundeten wir diese feierfreudige Stadt.

 

Wir waren dem stürmischen Beginn unserer Reise äußerst dankbar. Die Tage danach waren von reinster Luft und tiefem Himmelblau und von einer Temperatur, die Körper und Seele wärmte, erfüllt.

 

Hunderte kleiner Anektoden und witziger Dialoge belebten die Stunden und Tage. Es wurde viel gelacht. Das aber bleibt in unserer Erinnerung, machen viele Begegnungen der Zukunft lebendig: „ weißt du noch...“

 

Im November treffen wir uns wieder, um dieses „Ich erinnere mich...“ bei einer Dia- und Filmschau über die Reise an die Saar Revue passieren zu lassen.

 

Wir danken euch allen dafür, dass ihr alles getan habt, um die Reise gelingen zu lassen. Gertrud und Ulrike – schön, dass es euch gibt. Wer würde sonst die vielen Sonderaufgaben übernehmen?

 

Christel Moser

 

... weitere Bilder folgen ...


Tagesfahrt nach Kassel

Der Bergpark Wilhelmshöhe mit seinen einzigartigen Wasserspielen gehört seit 2013 zum UNESCO-Welterbe. Die Unesco verleiht den Titel Welterbe (Weltkulturerbe/Weltnaturerbe) Stätten, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität weltbedeutend und schützenswert sind.

Wasser spielt im Bergpark Wilhelmshöhe bereits von Anfang an eine große Rolle. Die barocke Parkanlage entstand unter Landgraf Karl ab dem Ende des 17. Jahrhunderts. Unter Karls Regierung entstanden auch die barocken Kasseler Wasserspiele, die 1714 der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Als barocke Wasserspiele werden die Kaskaden unterhalb des Herkules bezeichnet. Somit sind die Wasserspiele älter als der imposante Herkules auf seinem mächtigen Sockel. Er wurde 2017 300 Jahre alt. Im 18. Jahrhundert wurde der Park unter Landgraf Wilhelm XI, später Kurfürst Wilhelm I, im Stil des englischen Landschaftsgartens erweitert. Auch den Wasserspielen wurden neue Stationen entsprechend des englischen Gartenstils hinzugefügt.

Das war zum Beispiel der Fontänenteich, der das Ende der Wasserspiele bildet. Auch die Teufelsbrücke, der Steinhöfer Wasserfall und das Aquädukt wurden entworfen und gebaut. Sie bilden heute die sogenannten romantischen Wasserspiele. Die Kasseler Wasserspiele bekamen damit die Form, die sie heute noch haben.

Die Wasserspiele funktionieren ganz ohne Pumpen wie damals. Der Sichelbachspeicher sammelt das Wasser. Durch ein kompliziertes Röhrengeflecht gelangt es zum Herkules und mit Hilfe von Schiebern, die nacheinander geöffnet werden, über hunderte von Metern über Kaskaden und Wasserfälle zur 50 m hohen Fontäne. Das ganze Schauspiel dauert 90 Minuten. Die zahlreichen Zuschauer bewegen sich mit Hilfe von Treppen und Waldwegen abwärts und folgen dem Wasser zu den vielen Bestimmungsorten.

50 TV-Freunde machten sich am 22. August 2018 schon sehr früh mit dem Bus „ab nach Kassel“. In der Stadt stieg Frau Jung, eine ihre Stadt liebende Stadtführerin zu, um uns Geschichtliches, Bauliches, Gesellschaftliches und Besonderheiten (Documenta) zu vermitteln. Dabei machten wir auch einen Abstecher zum Herkules, der sichtbar die ganze Stadt überragt. Dort oben bekamen wir Informationen über das Bauwerk selbst und die Wasserspiele, die von da ihren Anfang nehmen. Ihren spannenden und flüssigen Ausführungen folgten wir gerne. Zurück in der Stadt hatten wir – zwar nur knappe – Zeit, um eine Mittagspause einzulegen und uns für das große Schauspiel zu präparieren. Unser Bus brachte uns zum Ausgangspunkt Herkules. Von da ab folgten wir ab 14.30 Uhr dem Wasser vom Artischockenbecken über die Kaskaden, dem Neptumbecken, dem Steinhöfer Wasserfall, der Teufelsbrücke, dem Aquädukt, den Peneuskaskaden hinunter zur Großen Fontäne. Und wir genossen das herrliche Schauspiel, zumal so mancher kühlende Spritzer für uns abfiel. Wer den Sommer 2018 erlebt hat, weiß wie warm es auch an diesem Tag war. Für alle, die sich den 3 km langen Abstieg mit vielen Menschen nicht zugetraut haben, bestand die wunderbare Gelegenheit sowohl vom großen Fontänenteich aus zuzuschauen bzw. mit einem Shuttle den romantischen Teil zu besuchen. Schließlich wurde der Tag für alle zu einem guten Erlebnis.

Unser Bus erwartete uns auf dem Parkplatz des Schlosses Wilhelmshöhe, der vollgeparkt war mit Fahrzeugen aller Art. Auf dem Heimweg legten wir eine halbstündige Rast ein. Kaffee und Kuchen hatten wir selbst organisiert, so dass wir ein wunderschönes Picknick hatten. Gegen 19.30 Uhr hatte uns unsere Heimat wieder. Der Tag war von einer ungeheuren Intensität und von frohen Miteinander geprägt. Und niemand wollte „nicht auf das Foto“, das diesem Bericht Gesichter gibt.


Erlebnis Mohnblüte am 28. Juni 2018

Wer kennt nicht Frau Holle, die im Winter für den Schnee und im Frühjahr für das Erwachen der Natur sorgt? In den Rauhnächten, wenn sie mit dem wilden Heer umherzieht, soll sie die Seelen der Verstorbenen einsammeln und unter den Frau Holle-Teich bringen. Von dort aus werden sie wiedergeboren. Hartnäckig hält sich die Mär, dass die kleinen Kinder aus dem Frau Holle-Teich kämen. Die in Hanau geborenen Gebrüder Grimm haben diese im Hohen Meißner beheimatete Märchenfigur weltberühmt gemacht. Die Lieblingsspeise der Frau Holle soll Mohn gewesen sein. Kluge, fleissige Nordhessen unserer Zeit - die im Geo-Naturpark Frau- Holle-Land – hatten die gute Idee, Mohnfelder anzulegen, nicht nur für Frau Holle, sondern zur Erbauung ihrer Mitmenschen. So entstanden 2010 in Germerode mit Genehmigung der Bundesopiumstelle die ersten opiumarmen Schlafmohnfelder: traumhafte pinkfarbene Blütenmeere mit allen Sinnen wahrnehmbar, je nach Lichteinfall und Sonnenstand die Farben nuanciert verändernd. Man wandelt auf strohbedeckten verschlungenen Pfaden mitten durch den so vergänglichen Farbenrausch. Öffnen die zarten Blüten auf ihren bis zu einem Meter hohen schlanken Stängeln ihre Kelche, schaut man in eine wundersame Welt. Man sieht die grüne Mohnkapsel mit ihrem Krönchen als Mittelpunkt, vier rosafarbene zarte große Blütenblätter mit lila und weissen Strukturen, die sich im Wind wiegen. Daneben gibt es weiß-lila Blüten, die anzeigen, dass ihre Blütezeit zu Ende geht. Und dazwischen Samenkapseln ohne Blüten, die bis zu 3000 Mohnsamen beherbergen und ihrer Erntereife entgegen wachsen. Hat die eine Blüte - meist nur nach einem Lebenstag – ihren Lebenszyklus erfüllt, steht schon die andere am selben Stängel zum morgendlichen Aufbruch bereit. Etwas über zwei Wochen dauert dieses wunderschöne Kommen und Gehen, das nicht nur die Menschen aus Nah und Fern anzieht, sondern einer Vielzahl von Insekten und Bienen Nahrung gibt. Bezaubernd anzusehen sind auch die Felder mit ausgesähten Naturblumen und –kräutern in allen Farben. Sie dienen als längerfristige Nahrungsquellen für unsere schützendwerte Fauna.

 

Um mit einer Gruppe Menschen dieses Farbenschauspiel genießen zu können, sollte man ein Jahr zuvor den Besuchstermin festlegen, den Bus, die Gaststätte, die Führungen buchen. Die Mohnblüte ist ein Anziehungspunkt für viele Besucher. Das Zeitfenster ist kurz. Viele Busse sind unterwegs. Und ein wenig unwägbar ist, wann die Blüte einsetzt. Die Natur hat ihre eigenen Gesetze. Wir hatten gottlob den richtigen Ort und Zeitpunkt, das ideale Wetter, mit dem Teichhof in Grantenborn die beste Gaststätte, rechtzeitig gute Führer/innen für die Wanderer, einen Planwagen und mit Josef von der KVG einen Volltreffer gebucht. Durch die Mohnfelder kann man nicht nur spazieren, sondern auch mit der Mohnschnecke, Planwagen von Traktoren gezogen, begleitet von Führern/innen bequem fahren. Das ist für alle Behinderten und für solche, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, ein Segen.

Ein ganzes Dorf mit ca. seinen 1000 Bewohnern hält in Grantenborn/Ringgau vorbildlich zusammen. Nur alle 5 Jahre kann ein Mohnfeld auf derselben Stelle entstehen. Nur ein Landwirt hat die Genehmigung zur Aussaat. Alle Landwirte der Umgebung stellen nach Absprache ihre Felder zur Verfügung, während auf den ehemaligen Mohnfeldern durchaus Getreide u.a. angebaut werden kann. Bis zu 20 Fahrten täglich bieten die Mohnschnecken und viele Bürger/innen sind als Führer unterwegs. Im Teichhof arbeitet man Hand in Hand, um die vielen hundert Besucher/innen pro Tag zu verköstigen, die Busse einzuweisen und die Führungen zu koordinieren. Der Teichhof, romantisch am Dorfteich gelegen, hat zudem noch eine eigene „Aale Woascht- und Schinken-Produktion“ und eine Brot- und Kuchenbäckerei großen Stils zu bieten. Wir haben an einer Führung durch die Wursterei teilgenommen, einen Film gesehen und konnten dann im Dorfladen Wurst- Mohn- und Brot/Kuchen aus eigener Herstellung und bester Qualität erwerben. Eine gute Auswahl an Speisen zum Mittagstisch mit und ohne Mohn hat wohl jeden zufrieden gestellt. Vor der Heimfahrt nahmen die meisten von uns die Gelegenheit zu einem Kaffeestündchen am Dorfteich wahr. Wer gut zu Fuß war, machte noch einen ganz persönlichen Rundgang der Sinne oder erkundete das Dorf.

 

Zwar ist der Weg nach Oberhessen weit – aber er lohnt sich.


Wetterpark Offenbach am 26. April 2018

40 TV-Freunde machten sich per Bahn und Bus auf zu einer einmaligen Einrichtung des Regionalparkes Rhein-Main, dem Wetterpark in Offenbach. 2005 auf dem Gelände einer ehemaligen Anzuchtgärtnerei entstanden, wurde auf der mit außergewöhnlichen Bäumen geschmückten offenen Landschaft ein Themenpfad mit 14 Exponaten zum Thema Wetter errichtet. Er wird von der Stadt Offenbach getragen, vom Deutschen Wetterdienst und dem Regionalpark Rhein-Main unterstützt und von engagierten Paten betreut. Diese Paten, meist ehemalige Mitarbeiter des DWD, führen Interessierte auf komptenteste Weise in die komplexen Zusammenhänge des Wetters und dessen wissenschaftliche Hintergründe ein. An den Stationen werden Experimente bildhaft dargestellt, erläutert und erstaunliche Phänomene, Rekorde und Begebenheiten beschrieben: Wie schwer ist eigentlich die Luft? Was ist Hoch- oder Tiefdruck? Strahlstrom oder Föhn, Wolken, Niederschlag, Athmosphäre, Wettersatelit, Sonne, Wind, Sicht Gewitter, Klima, Optische Erscheinungen, Tornado usw. sind Themen der Führung.

Der DWD hat zudem im Wetterpark eine phänologische Uhr angelegt. Die Phänologie lehrt den Einfluss von Witterung und Klima auf die jahreszeitliche Entwicklung der Pflanzen. Der Vergleich mit den Pflanzen anderer Regionen erlaubt Rückschlüsse auf Klimaschwankungen. Zudem gibt es im Wetterpark ein Besucherzentrum mit Ausstellungsstücken, Experimenten und interaktiven Stationen. Viel aufgefrischtes und eine Menge neues Wissen hat uns dieser Tag, der mit einem gemütlichen Essen im "Tafelspitz" in Offenbachs Innenstadt genüsslich abgerundet wurde, gebracht. Wer sich für die zahlreichen Veranstaltungen im Wetterpark oder für den Regionalpark Rhein-Main interessiert, hier einige Internet-Adressen: www.regionalpark-rhein-main.de, www.regionalpark-sommer.de, www.wetterpark-offenbach.de


Sylt 2018

„Das meditative Wochenende fällt 2018 aus! Warum? Weil wir was anderes vorhaben.

 

Wir fahren eine Woche nach Sylt, vom 9. bis 15. April.“ Warum konnten wir uns diese Alternative leisten? Eine Turnerin hatte uns Anfang des vergangenen Jahres einen wertvollen Tip gegeben. Versuchts mal in der Jugend- und Freizeiteinrichtung des Landkreises Kassel. Mit viel Glück konnten wir einen Termin dort ergattern. Voranmeldefristen von zwei Jahren sind sonst üblich. Die großzügige Anlage inmitten eines weitläufigen Dünengeländes, um geben von Schutzgebieten, Wattenmeer und Sandstrand ist ein Kleinod, heute allein vom Grundstückswert sicherlich unbezahlbar. Kampen, der Ort der High Society ist fußläufig erreichbar. Auf dem Gelände stehen zahlreiche Backsteinhäuser/Unterkünfte sowie Turnhalle, Konferenzhaus, Speisesaal mit Bühne für Veranstaltungen, Bibliothek, Spieleraum, Spiel- und Zeltplätze, Beachvolleyball, Tartananlagen und ein gemütliches Gasthaus „Kasseler Kogge“. Wir hatten ein Haus für uns alleine einschließlich eines geräumigen Aufenthaltsraumes. Dort kamen alle unter, denen es nichts ausmachte, zur Toilette und zu den Duschräumen über den Flur zu gehen. Da traf man sich dann nachts schon mal auf dem Weg zum Häuschen „zufällig“ zu netten Gesprächen. Natürlich wurde auch denen Rechnung getragen, die statt zu Zweit lieber alleine im Zimmer waren oder eine Ausstattung mit Dusche/WC direkt im Zimmer vorzogen. So konnten alle Wünsche von 18 Teilnehmerinnen berücksichtigt werden. Allerdings mußten einige dafür in andere Häuser umsiedeln. Wir waren mit dem Zug montags angereist. Mehrere Umsteigevorgänge waren notwendig. Um nicht die Koffer herumhieven zu müssen, hatten die meisten von uns ihre Koffer schon vorher per DB verschickt. Die Heimreise konnten wir ohne Umstände mit Koffer antreten, weil Einsteigen in Westerland, Aussteigen in Frankfurt nur einmal umsteigen bedeutete. Der Wind blies uns die Woche über tüchtig um die Ohren. Dem waren die Wolken nicht gewachsen und so hatten wir strahlend blauen Himmel – die meiste Zeit.

Unsere Tage waren ausgefüllt mit richtig guten Erlebnissen. Am 2. Tag gingen wir über die Straße in den einzigen Sylter Urwald, einem Naturschutzgebiet, genannt Vogelkoje. In der Vergangenheit dienten Vogelkojen zum Fang von ca. 25.000 Wildenten jährlich als Nahrungsgrundlage. Hervorragend rekonstruiert ist das Gebiet seit 2015 ein einmaliges Zeugnis über die Natur und die Kulturgeschichte der Insel. Zu unserem Wochenprogramm zählten eine geführte Inselrundfahrt, Führung im Wattenmeer Hornum, Besuch von Westerland und seiner Promenade, Wanderung nach Kampen mit rotem Kliff und Uwe-Düne (höchste Erhebung auf Sylt), Keitum mit St. Severin aus dem 12. Jh. und dem geschichtsträchtigsten Friedhof der Insel, mit Hünengräbern und dem Altfriesischen roten Haus, in dem der Sylter Chronist Hansen lebte und das in ganz ursprünglichem Stil erhalten ist. Natürlich schlossen sich auch immer wieder kleine Gruppen zusammen, um eigene Interessen wahrzunehmen. So Einkaufsbummel, Strandspaziergänge, Besuch des Lister Museums „Naturgewalten“, Kaffeestunde in der berühmten Kampener Kupferkanne oder im freundlichen Kogge-Cafe. Das Jugendseeheim hat eine eigene Bushaltestelle, so kamen auch diejenigen, deren Füße sie nicht so weit tragen konnten, immer zum Ziel. Unser Rahmenprogramm bestand aus einem von Marlies Bogdahn angeleiteten Labyrinth-Workshops am Kampener Strand. Der ewige Wind verwehte kurze Zeit später alle Spuren des Labyrinthes. Ulrike bot fröhliche „Tanzstunden“ rund oder in line, von Karolin erfuhren wir äußerst Interessantes über psychische Erkrankungen und Verhaltenstherapie, die Turnhalle nutzten wir, um Verspannungen loszuwerden. Geschichten wurden am Abend vorgelesen oder einfach miteinander gesprochen. An einem Abend gab die Leiterin des Seeheimes für alle, die es hören wollten, ein wirklich unterhaltsames Konzert mit Hilfe ihrer schönen Soulstimme.

Der große Speisesaal, in dem wir drei gute Mahlzeiten am Tag erhielten, war stets gefüllt mit Besuchern. Da waren Sport- und Freizeitgruppen, Malerinnen, Familien und Einzelreisende. Selbstbedienung war angesagt und an einem Tag der Woche hatte jedes Haus Tischdienst. Das bedeutet, Tische wischen, Stühle hochstellen, kehren, Stühle zurückstellen.

 

Wir als erfahrene Dienstleister schafften diese Arbeit durchkoordiniert in Rekordzeit. Gemeinsam macht sowohl die Arbeit als auch das Vergnügen einfach mehr Spaß.

 

Am meisten erfreuten uns die „Rennmäuse“, rund 25 Kinder im Alter von 5 und 6 Jahren eines privaten Kasseler Sportkindergartens, die mit ihren Betreuern dort eine Woche ohne Eltern verbrachten. Wie die jungen Betreuer sagten, eine Aktion, die sie bereits zum 12. Male erfolgreich duchführten. Diese tolle erstaunliche Erfahrung möchte – so glaube ich – keiner von uns missen.

 

Wenn einer eine Reise tut, dann.... Ich hoffe, ihr, die ihr dabei ward, habt gute Erfahrungen gemacht, die es wert sind, in euren Erinnerungsschatz eingebettet zu werden.

 

Christel Moser


2017