Powergymnastik
Power-Gymnastik bei Gertrud und Hanne
Donnerstag
Sommermonate 18.30 - 20.00 Uhr
Wintermonate 17.30 - 18.45 Uhr oder
18.45 - 20.00 Uhr
ím Vereinsraum der Lindighalle.
Powergymnastik
Power - Gymnastik macht attraktiv!
Es hat sich nicht viel verändert gegenüber dem letzten Jahr. Warum auch? Die Nachfrage nach dieser beliebten Gymnastikart ist kuntinuierlich hoch, sodass das Ensemble zeitweise auf zwei Termine aufgeteilt werden musste. Ob es daran liegt, dass diese Art der Körperfitness einfach jeden attraktiv macht? Ich kann's mir anders nicht erklären.
Wobei Frauen offensichtlich mehr an ihrer Attraktivität interressiert sind als Männer, denn wie erklärt es sich sonst, dass die Gruppe nach wie vor an chronischem Männermangel leidet.
Männer überwindet euch! Kommt hoch von der Couch! Ihr habt gute Chancen, die Männerquote ist noch lange nicht erfüllt. Das Land braucht mehr attraktive Männer!
Vom alten Hacke-Spitze-Turnen und Bauch-Beine-Po-Image der frühen Jahre ist nichts mehr übrig. Moderne Bewegungstherapie, praktiziert nach neuesten, gelenkschonenden Techniken und Abläufen, präsentiert von aufregenden Powerfrauen, getragen von fetziger Musik. Das ist progressive Power-Gymnastik!
Übrigens, wer noch ein zusätzliches Weihnachtsgeschenk für sich und seine Körperfitness sucht, dem kann ich nur den T-Bo – Workout von Anja Ulrich wärmstens empfehlen, der jeden Dienstag, ebenfalls um 18 Uhr 30 angeboten wird.
Das macht doppelt attraktiv! - Auch Männer. Ich schwör's!
Noch ein Hinweis an Singles beider Geschlechter:
Besser könnt ihr eure Aussichten nicht aufbessern, garantiert.
Steigere deine Attraktivität!
Werner Trageser
(Ich arbeite jedenfalls daran)
Aus der Sicht eines männlichen Teilnehmers:
Bauch – Beine - Po, so hieß das Programm von Gertrud und Hanne damals noch, als ich mir überlegt hatte, dass es mal wieder langsam an der Zeit wäre, etwas sportlich nachzulegen.
Aber Bauch-Beine-Po, das hörte sich nicht so an, als ob das etwas für mich wäre, für einen Mann! Ich war im Zweifel, aber schaust dir's eben mal an, kann doch nicht schaden.
Also machte ich mich eines Donnerstags, es müsste 2004 gewesen sein, gegen 18 Uhr 30 auf zur Lindighalle. Ich lugte vorsichtig in den Übungsraum, wollte ich mir meine Teilnahme doch noch überlegen, vorbehaltlich dessen was ich zu sehen bekommen sollte. Man weiß ja nie, dachte ich, vielleicht bewegen da lauter alte Schachteln ihre Fettpolster und Orangenhäute durch den Gymnastikraum und glauben dann Sport getrieben zu haben.
Also spähte ich mal schräg durch die geöffnete Tür in den Gymnastik-Raum. Und – Ich war baff. Lauter durchtrainierte, wohlproportionierte Frauen im besten Alter. Ein Hingucker!
Mindestens fünfzehn Frauen waren schon anwesend und nur ein Mann. Bei dem Anblick wusste ich wieder, warum ich unbedingt an meinem Bauch-Beine-Po arbeiten sollte. Dann malte ich mir noch aus, wie es sein würde, das gemeinsame Schwitzen und vor allem hinterher, das gemeinsame Duschen! Nix wie rein, kurz vorgestellt und auf Anweisung von Hanne, durfte ich gleich in die erste Reihe.
Ok, meine Vorstellung von lockeren, weiblichen Turnstunden musste ich sehr schnell korrigieren. Die gute Stunde Power-Gymnastik fordert einen Mann zu hundert Prozent. Mit gemütlich rumtänzeln oder lockerleichten Hüftbewegungen is nix. Da gehts doch tatsächlich richtig zur Sache. Das frühmorgentliche Sporttraining bei der Bundeswehr damals war dagegen glatt etwas für Weicheier.
Pünktlich um 18 Uhr 30 startet die Musikbox, denn ohne Musik geht garnix. Und Gertrud oder Hanne beginnt sofort mit den ersten Übungen und nach der Begrüßung „Gehts euch gut?“, eine Antwort wird gar nicht erst abgewartet, geht es auch sofort in den Power-Modus über.
Ich, als Mann darf natürlich immer in die erste Reihe. Vermutlich weil man der Meinung ist, dass ich der Damen-Reihe vor mir nur immer auf den Knackarsch stieren würde. Dabei habe ich meine liebe Mühe das Tempo zu halten und ohne Brille sehe ich sowieso nix. Nach dem ersten Viertel, dem Vorspiel, kommt die Nachfrage wieder „Seid ihr warm? Können wir jetzt anfangen? Und was wollt ihr zuerst Bauch oder Rücken?“ Zu dem Zeitpunkt ist uns das fast schon egal, wir sind bereits fix und alle, dabei geht’s jetzt erst richtig zur Sache, mit zusätzlichem Quälfaktor, entweder Hanteln, Gummibändern oder auf der Matte. Die beiden Laufenbergs kennen da kein Pardon und sie kennen Übungen ohne Ende, Übungen, da kommt kein Mensch drauf. Und immer wenn ich denke es reicht, kommt das Kommando: „So jetzt noch mal 8, 7, 6, und nicht absetzen und 5, 4...“. Bis zum finalen Höhepunkt, ca. eine Stunde später, ich bin bereits seit 30 Minuten am Ende meiner Kräfte, kommt endlich das lang erwartete Kommando: „Schluss jetzt, das war's Mädels und Jungs“.
Jetzt geht’s noch mal, im Schein der Parkplatzlaterne, auf die Matte zum Relaxen. Der Kreislauf wird stabilisiert, der Puls runtergefahren, die Muskeln und Sehnen nochmals ausgiebig gedehnt. Ein wohliges Glücksgefühl stellt sich ein. Ich mag die Augen gar nicht mehr öffnen. Das ist schööön...
Übrigens ist der Männeranteil in diesem Jahr um 200 Prozent angewachsen, wir sind schon zu Dritt. Ob das an dem Gerücht liegt, daß hinterher gemeinsam geduscht wird?
Werner Trageser
