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Totenehrung

„Es muss etwas in der Seele geben, ähnlich den Jahresringen der Bäume.“

Im Jahre 2011 verstarben:

  • Günther Kählke

  • Erwin Bergmann

  • Franz Kroha

Sie haben unser Leben begleitet und unsere Seelen berührt.

Wir vermissen euch hier.

 

 

„Was immer ein Mensch an Gutem in seinem Leben ausgesät hat, das wird auf ewig nicht verloren gehen“.

Im Jahre 2010 verstarben:

  • Rudolf Wöhrl, Ehrenmitglied und Stifter der Rudolf- und Mizzi-Wöhrl-Stiftung
  • Gertrud Horner, Ehrenmitglied
  • Erich Walter, Revisor beim TV Dettingen
  • Hilde Moser

  • Gerhard Moser, 34 Jahre lang bis zu seinem Tod Präsident des TV Dettingen
  • Ewald Hussi
  • Gudrun Leibacher

 Es war so gut, dass es euch gab. Wir bedanken uns für alles Gute, was ihr für unsere Gemeinschaft getan habt. In unseren Gesprächen und Erinnerungen werdet ihr lebendig bleiben.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gibt es eine innere Verpflichtung, der Toten zu gedenken?

Gehört es zu unserer politischen Kultur, den Verstorbenen zu gedenken und die Mühen Einzelner in der Vergangenheit zu würdigen, wo doch ethische Fragen heute meist nur nach persönlichem Vorteil und nicht in gemeinschaftlicher Betroffenheit beantwortet werden?

2. Die Vorstandschaft des Turnvereins hat sich zu dieser Totenehrung anlässlich seines hundertjährigen Bestehens entschlossen in dem Bewusstsein, dass es auch in einem Verein einen kulturellen Überbau mit einem moralischen Schlussstein gibt. Vielleicht ist diese Totenehrung aber auch ein Ereignis in der Tradition des Totengedenkens, wie es in den Jahreshauptversammlungen doch zeitnah und bezogen auf noch in ihrem Wirken und Menschsein erlebte Einzelpersonen geschieht.

3. Wenn wir den Toten gedenken, so knüpfen wir an eine alte Tugend an, die Tugend der Pietät als Dankbarkeit gegenüber den Vorfahren. Schon bei Cicero, in seiner Res publica, findet sich der Satz: Pflege du Gerechtigkeit und Pietät, die Großes ist gegenüber Eltern und Verwandten.“ Wir dürfen Heute ergänzen: Auch gegenüber Menschen, die in einer Gemeinschaft mehr als ihre Pflicht tun.

Ein Verein ist auch eine Art "Pietätsverband“, der immer wieder einmal eines Gedächtnisses seines Entstehungsgrundes bedarf. Wenn beim Volkstrauertag und dem damit verbundenen Gedenken an die Toten der Weltkriege die Erinnerung immer vor allem Trauer und Tod und Schuld ist, so darf bei dem Gedenken eines Vereins, der sein hundertjähriges Bestehen feiert, diese Erinnerung doch hauptsächlich unter dem Aspekt des Dankes und der Anerkennung von Leistungen stehen, die in der langjährigen Vereinsgeschichte zumTeil unter schwierigen Bedingungen erreicht wurden.

6. Gedenken heißt: Sich erinnern. Sprachlich lässt sich das Gedenken auf das gotische Verb thagkjan (bagkjan) zurückführen.

Gedenken und danken gehen also auf die gleiche sprachliche Wurzel zurück. Danken bezeichnet das mit dem Gedenken verbundene Gefühl und die Äußerung dankbarer Gesinnung. Viele Philosophen und Ethnologen meinen, dass Gedenken und Erinnerung zu den Grundnotwendigkeiten jeder persönlichen Existenz gehören. Und die Geschichte zeigt, dass Kultur sich nur dort behaupten kann, wo die Würde des Menschen auch über den Tod hinaus geachtet wird.

In unserem Gedenken an die Toten soll sich ausdrücken, dass der Vergangenheit und den Personen der Vergangenheit ein hoher Stellenwert zugemessen wird, dass die Arbeit und die Mühe um den Verein auch von der Nachwelt anerkannt werden.

7. Wir sagen Dank und drücken unsere Verbundenheit über den Tod hinaus aus. Stellvertretend für alle Verstorbenen des Turnvereins will ich die ersten Vorsitzenden des Turnvereins nennen, die wir noch selbst gekannt haben: Joseph Herzog IV, Franz Imhof, Paul Lang, Edwin Pistner, Ludwig Ritter und Fritz Stenger.

8. Menschen leben für uns weiter, wenn wir uns an sie erinnern. Ich will mit dem Gedicht „Über alle Gräber“ von Friedrich Rückert schließen. Dieses Gedicht ist nicht tröstend, denn Rückert ist untröstlich über den geistlosen Trost durch Zeitvergehen und Vergessen. Der Dichter beschwichtigt nicht, sondern über alle Gräber wächst zuletzt das Gras, alle Wunden heilt die Zeit, ein Trost ist das, wohl der Schlechteste, den man kann erteilen; armes Herz, du willst nicht, dass die Wunden heilen. Etwas hast du noch, solang es schmerzlich brennt; das Verschmerzte nur ist tot und abgetrennt

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